Besitzen Sie ein Haus, beziehungsweise eine Immobilie in Spanien, so benötigen Sie ein spanisches Bankkonto. Um ein Konto zu eröffnen, einen Kredit zu erhalten oder eine Hypothek aufzunehmen, brauchen Sie Ihren Ausweis oder eine Wohnerlaubnis. Zudem werden Sie ein Formular der Bank ausfüllen müssen, welches Sie über die allgemeinen Bedingungen und Konditionen des Geldinstitutes informiert. Zu guter letzt wird man Sie nach Ihrer N.I.F.- oder N.I.E.-Nummer fragen, die Sie im nächsten Polizeirevier mit einer Abteilung für Ausländer erhalten.
Kontotypen
- Kontokorrent: Wenn Sie ein Haus in Spanien kaufen wollen oder bereits eines besitzen, benötigen Sie ein Kontokorrent. Bei einem solchen Konto verfügen Sie in vollem Umfang über das eingezahlte Geld. Sie können Geld abheben und etwa Ihr Gehalt oder Ihre Rente darauf einzahlen lassen. Zudem können Sie mit einem solchen Konto am Lastschriftverfahren teilnehmen und damit zum Beispiel die Gas- oder Wasserrechnung begleichen. Bei der Eröffnung eines Kontokorrent wird in der Regel eine geringe Bearbeitungsgebühr erhoben.
Stellen Sie sicher, dass Sie stets über genügend Liquidität verfügen, um Ihre Rechnungen bezahlen zu können. Sonst könnte es passieren dass Sie bei der Ankunft in Ihrem Ferienhaus im Dunklen stehen oder das Ihnen das Wasser abgedreht wurde. In der Regel können Sie mit einem Konto dieser Art mittlerweile auch am Online Banking teilnehmen und Ihr Konto sowie Ihren Zahlungsverkehr somit bequem von zu Hause aus verwalten.
- Kundeneinlagen: Die Zinsen auf diese Einlagen hängen von der Dauer und des Betrages ab, der von dem spanischen Immobilienbesitzer eingezahlt wird. Die Zinsrate liegt hier höher als etwa bei Kontokorennt oder Sparkonten.
Spanische Hypotheken
Eine Hypothek ist die Lösung, falls Sie ein Haus in Spanien kaufen wollen, aber zum Zeitpunkt des Kaufes nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, um es zu bezahlen. Sie sollten überlegen, ob Sie eine Hypothek in Spanien oder lieber in Ihrem Heimatland aufnehmen wollen, abhängig davon ob Sie als in Spanien ansässig gelten oder nicht. Sie können allerdings unabhängig davon, ob Sie als ansässig gelten oder nicht, eine spanische Hypothek in jeder beliebiegen Währung und bei jeder Bank weltweit aufnehmen.
Viele Banken und Bausparkassen werden Ihnen spanische Hypotheken zu attraktiven Konditionen anbieten. Die meisten dieser Institute sind Mitglieder der „Asociación Hipotecaria Esañola“, der Vereinigung spanischer Hypothekenbanken. Eine Hypothek muss in Gegenwart eines Notars verfasst werden und in das Immobilienregister eingetragen werden. Eine unregistrierte Hypothek ist rechtlich gesehen nichts anderes als ein gewöhnlicher Kredit an jemanden, der ein Haus in Spanien kauft. Sie räumt der Bank gewisse Handlungsmöglichkeiten gegenbüber dem Schuldner ein, falls dieser seinen Zahlungverpflichtungen nicht nachkommt. Ist die Hypothek hingegen registriert, so hat die Bank einen größeren Handlungsspielraum im Fall von Zahlungsverzug oder Zahlungsverweigerung. Hypotheken in Spanien – Grundlegende Informationen:
- Eine Hypothek kann auf jede Art von Wohnimmobilie aufgenommen werden. Zum Beispiel auf Wohnungen, Villen, Fincas oder Neubauten.
- Von der Beantragung bis zum Erhalt der Hypothek vergeht in der Regel weniger als ein Monat.
- Kaufen Sie ein Haus in Spanien und möchten eine Hypothek darauf aufnehmen, so spielt die Versicherung der Immobilie eine wichtige Rolle. Stellen Sie also sicher, dass Sie die Versicherung bei einer renommierten Versicherungsagentur abschliessen. Kündigungsstrafen (in Spanien besser bekannt als Gebühren für vorzeitige Rückzahlung) werden von nahezu allen Banken verlangt und liegen zwischen 0,5 und 1,5 Prozent.
- Die monatlichen Belastungen die Ihnen durch die Hypothek entstehen, sollten nicht höher als ein Drittel Ihres Nettoeinkommens liegen.
- Der Rückzahlungszeitraum für Ihre Hypothek liegt zwischen zehn und 30 Jahren. In Spanien ansässige Hypothekennehmer können einen längeren Zeitraum wählen als Nichtansässige.
- Die Bank wird einen Gutachter damit beauftragen, einen Bericht über den Wert Ihrer spanischen Immobilie anzufertigen. Vorher werden Sie über die Kosten für die Erstellung des Gutachtens informiert. In der Regel kostet ein solcher Bericht um die 275 Euro, der Preis hängt allerdings von der Größe der Immobilie ab.
Zum Abschluss einer Hypothek benötigte Unterlagen:
Angestellte
- Die letzten drei Gehaltschecks
- Ihre letzte Steuererklärung
- Die ausgefüllten Antragspapiere für die Hypothek
- Eine Kopie Ihres Ausweises
- Eine Kopie der Besitzurkunde Ihrer Immobilie (Nota simple)
Selbstständige
- Eine Übersicht über Ihre Steuerrückzahlungen aus den letzten beiden Jahren
- Eine Jahresbilanz Ihrer Unternehmung
- Ihre letzten drei Bankauszüge
- Die ausgefüllten Antragspapiere für die Hypothek
- Eine Kopie Ihres Ausweises
- Eine Kopie der Besitzurkunde Ihrer Immobilie (Nota simple)
Zinsraten auf Hyoptheken
Feste Zinsraten:
Wenn Sie eine spanische Hypothek aufnehmen, dann wird diese mit festen Zinsraten abgeschlossen. Der monatlich von Ihnen zu zahlende Betrag wird sich während der Laufzeit der Hypothek nicht verändern und ist unabhängig von der Entwicklung des Zinsmarktes. Bezahlen Sie eine Immobilie in Spanien direkt über feste Raten, so sind die Laufzeiten in der Regel kürzer (etwa 12 Jahre) und die Gebühr für eine vorzeitige Zahlung des Restbetrages ist höher.
Flexibele Zinsraten:
Im Gegensatz zu der Hypothek mit festen Zinsraten verändert sich die Höhe des zu zahlenden Betrages bei einer Hypothek mit flexibelen Raten. Die jährliche Zinsrate wird je nach Entwicklung des Zinsmarktes angepasst und entweder auf- oder abgewertet.
Schliessen Sie eine Hypothek bei einer spanischen Bank oder Bausparkasse ab, so können Sie zwischen EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) oder IRPH (Indice de Referencia de Prestamos Hipotecarios) den Index wählen, der Ihren Bedürfnissen am ehesten gerecht wird.
Die Zinsraten sind abhängig von der Marktlage zum Zeitpunkt des Vertragsabschluss, der Vertragsdauer (bis zu 30 Jahre) und der Gebühr für Vorzeitige Rückzahlung, die normalerweise einen Prozent der Hypothek beträgt.
Kosten und Gebühren Ihrer spanischen Immobilie
- Gebühren für die Taxierung der Immobilie: Kosten für die Erstellung eines Gutachtens über den Wert Ihrer Immobilie. Sie beträgt in der Regel 0,1 Prozent des Immobilienwerts.
- Eröffnungskommission Ihrer Hypothek: Ein Prozent des Hypothekenwerts wird Ihnen von der Bank bei Abschluss einer Hypothek berechnet.
- Kosten für Notar und Grundbucheintrag: 0,5 Prozent des Hypothekenwerts. Diese Kosten sind nicht in den Zahlungen enthalten, die Sie im Zusammenhang mit dem Kauf Ihrer Immobilie leisten müssen.
- Steuern:
- Stempelgebühr, 1,8 Prozent des Hypothekenwerts.
- Übertragssteuer: Sie wird fällig, wenn Sie ein Haus kaufen, das bereits bewohnt war. Je nach Provinz variiern die Steuern zwischen sechs und sieben Prozent.
- Mehrwertsteuer: Zu zahlen, wenn Sie ein neues Haus kaufen. In der Regel sieben Prozent des im Grundbuch aufgeführten Immobilienwerts.
- Anwaltsgebühren: Ein Prozent des Kaufpreises der Immobilie.
- Immobilienversicherung: Die Versicherungsgebühr für Ihre spanische Immobilie ist bei Unterzeichnung des Kaufvertrages zu zahlen.
Insgesamt sollten Sie damit rechnen, dass die Kosten ingesamt etwa zehn bis zwölf Prozent des Hypothekenwerts betragen werden. |